Das spannende TV-Duell am Sonntagabend ist wahrscheinlich an niemandem vorbei gegangen, wurde es doch zur besten Sendezeit auf gleich fünf Sendern live ausgestrahlt.
Am Tag danach hielt sich die Begeisterung allerdings in Grenzen, stattdessen hagelte es Kritik, vor allem aus der Opposition. Keiner der beiden Kandidaten konnte richtig überzeugen, Inhalte kamen nur wenig rüber – langweilig. Das lag nach einhelliger Meinung zum einen am starren Format der Sendung und zum anderen daran, dass es sich quasi um ein “Selbstgespräch der Regierung” handelte.
Gestern bekamen Guido Westerwelle (FDP), Jürgen Trittin (Grüne) und Oskar Lafontaine (Linke) Gelegenheit, es besser zu machen.
Und das taten sie. Verglichen mit dem Weichspülpalaber vom Vorabend war es der reinste Politikkrimi – gespickt mit Ironie und Witz. Jeder der Kandidaten bekam Gelegenheit, die eigenen Standpunkte in Themen wie Mindestlohn, Bildung und Steuern darzulegen um anschließend in der Runde kontrovers darüber zu diskutieren. Das sorgte vor allem dafür, dass dem Bürger die unterschiedlichen Ansätze und Ziele viel verständlicher und umfangreicher vermittelt wurden und machte es ausgesprochen kurzweilig. Dazu trugen auch die exakten Nachfragen der Moderatoren bei.
Wenn man der Sendung also überhaupt etwas vorwerfen möchte, dann die zu knapp bemessene Sendezeit, häufig mussten Diskussionen zu einem Thema abprubt beendet werden.
Man hätte diesem politischen Scharmützel durchaus noch ein bis zwei Stündchen zuhören können! Und wer es nicht gesehen hat, sollte es unbedingt nachholen:
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