Sobald irgendwo ein Fall von Jugendgewalt publik wird, kann man die Uhr danach stellen, wann jemand den Vorfall mit Computerspielen in Verbindung bringt. Im aktuellen Fall von München schlägt diese Brücke Kriminologe Christian Pfeiffer, mittlerweile ein alter Bekannter in diesem Themengebiet.
Im Interview mit der Abendzeitung gibt er zwar an, dass die Jugendgewalt rückläufig sei, gleichzeitig würden aber die Risikofaktoren zunehmen. Und dazu – ihr ahnt es sicher – gehören selbstverständlich Computerspiele.
Mir ist allerdings schleierhaft, wie sich rückläufige Gewalt bei gleichzeitig zunehmendem Medien- und Computerkonsum dann erklären lassen.
Selbstverständlich fordert er auch den Ausbau der Überwachung der Bevölkerung,
was durch die höhere Wahrscheinlichkeit des Erwirschtwerdens potenzielle Täter abschreckt. Als Grund dafür, dass sich die beiden Männer, die vor einer Weile in München einen Rentner verprügelten, nicht abschrecken ließen, führt Pfeiffer an, dass ihnen wahrscheinlich nicht bewusst gewesen ist, dass sie gefilmt werden.
Wie erklärt sich dann, dass sich die Täter im jüngsten Fall nicht von der Anwesenheit von Zeugen abschrecken liessen? War ihnen nicht bewusst, dass Zeugen zugegen sind?
Tags: Aktionismus, Angst, Computerspiele, Diskussion, Populismus, Stasi 2.0, Überwachung
Lu-Lu-Lustig. Genau die Fragen des letzten Absatzes haben Kollege Rennert und meine Wenigkeit uns gestern Abend gestellt, als wir ähnliche Forderungen nach mehr Überwachung im TV gehört haben.
Das ist ja nicht verwunderlich, als normal denkender Mensch stellt man sich diese Frage halt ;D