Die Wikipedia muss gegen diese Blog-Schreihälse, Tweeter, Urheberrechtsverletzer, CCC-Besserwisser und Heise-Trolle endlich ein deutliches Zeichen setzen. Es kann doch nicht sein, dass Personen, die hier noch nie einen Finger krumm gemacht haben, den ernsthaften Autoren plötzlich vorschreiben, was hier drin zu stehen hat. Ich will keine Müllhalde wie die englische Wikipedia, die einerseits schrecklich viel Triviales enthält und andererseits – sozusagen als Überkompensation – Artikel mit Wartungsbausteinen zupflastert, wenn diese mit weniger als zwei Dutzend Einzelnachweise ausgestattet sind. Ich fordere deshalb alle Admins auf, für einen Tag (oder auch länger) in den Streik zu treten. Während dieser Zeit werden keinerlei Wartungsarbeiten ausgeführt, keine SLAs angenommen, keine Trolle gesperrt, keine Vandalismen beseitigt und keine Löschanträge entschieden. Die oben genannten Kreise werden dann merken, wie schnell das ganze System ohne die angeblich machtberauschten Admins den Bach runtergeht. Sie werden auch die ersten sein, die sich über den ganzen Abfall, der sich hier jeden Tag ansammelt, beschweren. - 84.226.136.93 11:33, 23. Okt. 2009 (CEST)
Die Debatte um das Löschverhalten in der Wikipedia, welche ich in einem früheren Artikel satirischzusammen gefasst habe, reisst nicht ab. Obiges Zitat stammt aus der Löschdiskussion zum Artikel “Fefes Blog”, der die Lawine (Ironie Ahoi!) losgetreten hat und spiegelt die Meinung längst nicht aller, aber eines Teils der Diskussionsteilnehmer auf Adminsseite wieder. Eine Aufforderung zur Mitarbeit an der “Mitmach-Enzyklopädie” sieht anders aus.
Das Selbstverständnis insbesondere des Zitierten ist gleichermaßen verwirrt wie falsch. Aus der Ansicht, dass “die” Wikipedia ”ein deutliches Zeichen setzen” sollte und der darauf folgenden Aufforderung zum Streik der Admins wird eine Art Eigentumsanspruch auf die Onlineenzyklopädie aufseiten der Administratoren deutlich, der schlicht und einfach nicht besteht.
Der zweite Irrtum besteht in der Annahme, es handele sich um einen Konflikt zwischen ”Blog-Schreihälsen, Tweetern, Urheberrechtsverletzern, CCC-Besserwissern und Heise-Trollen” (Pauschalisieren lohnt sich nicht my Darling, oh no!) und der Wikipedia. Welchen Antrieb haben Blogger (stellvertretend für alle aufgezählten Mächte der Finsternis), die Wikipedia, aus der sie vermutlich einen nicht unerheblichen Teil ihrer täglichen Portion Wissen beziehen, zu schädigen? Richtig, keinen. Vielmehr treffen Exkludisten auf Inkludisten aufeinander.
Aber ganz besonders fatal ist folgende Aussage:
“Es kann doch nicht sein, dass Personen, die hier noch nie einen Finger krumm gemacht haben, den ernsthaften Autoren plötzlich vorschreiben, was hier drin zu stehen hat.”
Doch, läuft in der Politik ja genau so. Aber im Ernst: Wie bereits erwähnt glaube ich nicht, dass sich Leute nur aus Jux und Dallerei an der Diskussion beteiligen, sondern weil ihnen etwas an der Wikipedia liegt. Wenn sie nicht zu den “ernsthaften Autoren” gehören (ab wann auch immer man zu dieser Gruppe zählt), sind sie wahrscheinlich zumindest eifrige Nutzer der Wikipedia. Und die haben ganz Gewiss ein Mitspracherecht, was relevant ist und was nicht. Die Wikipedia ist schließlich für ihre Nutzer gemacht und nicht als Beschäftigungstherapie für Administratoren gedacht.
UPDATE
Der Artikel “Die Diktatur der Relevanz” von Zeit Online wird die Debatte abermals befeuern. Folgende Passage daraus möchte ich aufgreifen:
Für ein Projekt, das einst angetreten ist, die Vorteile des Netzes in einem allen nutzenden Gebilde zu bündeln, lässt sich nur konstatieren, dass irgendetwas aus dem Ruder gelaufen sein muss. – Zeit Online
Der Anspruch der Wikipedia war es nie und wird es nie sein, eine Onlinevariante des Brockhaus’ darzustellen – und das ist auch gut so. Statt sich der Trägheit der herkömmlichen Medien zu unterwerfen, sollte man sich auf die Stärken der Wikipedia besinnen: Vielfalt und Aktualität.
Tags: Diskussion, Wikipedia
Jetzt sind se bockig! Das habt ihr bösen Blog-Schreihälse, Tweeter etc. nun davon! ;D
Du machst einen Fehler in deiner Darstellung: Du gehst davon aus, dass dern der das von dir gebrachte Zitat geschrieben hat, etwas mit der Wikipedia zu tun hat. Das ist aber haltlos weil es nicht unterschrieben ist.
Du fällst also höchstwahrscheinlich auf einen Troll rein. Das hättest du auch selber merken können.
Das eine hat mit dem anderen nichts zu tun. Einerseits diskutieren da längst nicht mehr alle mit ihrem eigentlichen Namen, andererseits habe ich dieses Zitat stellvertretend für viele Adminaussagen heraus gegriffen.
Es gibt Admins die sagen sie wollen streiken?
Das wären mal interessante Zitate.
Die Überschrift war schlecht gewählt wenn man dein Argument betrachtet, das ist richtig.
Aber der Artikel dreht sich weniger um den Streikaufruf als um die “Weltsicht”
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der Administratoren.
1. Das Zitat kommt einer IP – Es kann jeder gewesen sein. Jeder ernsthafte Wikipedia-Admin wird mit seinen Namen dazu stehen.
2. Soweit ich das überblicke sind längst nicht alle Admins für das Löschen streng nach Relevanzkriterien die bei fefe und Mogis im übrigen erfüllt gewesen wären.
3. Geht das auch am Thema vorbei, niemand sagt das die Admins überflüssig sind oder nicht notwendig, es geht darum was für einen Anspruch die Wikipedia erfüllen soll und ob nicht das Modell der Englischen Wikipedia auch für die deutsche Sprachvariante gesünder wäre.
4. Sollte man sich nicht auf Wikipedia-Bashing einigen sondern sich fragen warum keiner mehr Lust hat mitzuarbeiten? Die ganze Debatte ist deswegen so groß weil so gut wie jeder irgendwann mal etwas beitragen wollte, viele mit extrem hoher Bildung in Ihrem Gebiet und alle haben die Erfahrung von Bürokratie und ständiger Löschangst zu spüren bekommen – das ist einfach ein ungesunder Umgang.
Zu der IP: Ja, das stimmt. Es kann wirklich jeder gewesen sein. Ich würde von der Argumentationsweise zwar trotzdem vermuten, dass es ein Admin ist, aber das ist nur eine Vermutung und für die Diskussion unerheblich.
Bei den anderen Punkten weiss ich ehrlich gesagt nicht genau, ob du das jetzt auf diesen Artikel hier beziehst oder das allgemeine Feststellungen sind. Nicht jeder Admin hat sich für die Löschung ausgesprochen, das habe ich nicht behauptet und es ich finde es auch überhaupt nicht schlimm, wenn jemand begründeter Weise dagegen ist (so ist das nunmal in Diskussionen). Noch mal, dieser Artikel setzt sich mit der Weltsicht einiger Admins auseinander, die in den Diskussionen deutlich geworden ist. Deswegen möchte ich das hier auch nicht als Wikipedia-Bashing verstanden wissen sondern als konstruktive Kritik.
Ich bin ebenfalls der Meinung, dass es Admins geben muss, aus vielerlei Hinsicht. Sie sollten weder die Bodenhaftung verlieren noch sich für was besserer als Gelegenheitsautoren halten.