Der bayrische Innenminister Joachim Herrmann ist mit einem neuen Vorschlag um die Ecke gekommen: Videoüberwachung  auf möglichst allen deutschen Bahnhöfen. Die Idee dahinter ist (zwar nicht wirklich neu aber) ebenso einfach wie genial – je mehr Kameras desto weniger  Straftaten. Denn die flächendeckende Videoüberwachung ist ein hervorragendes Mittel, um potentielle Straftäter (= jedermann, Anmerkung der Redaktion) abzuschrecken. Wie unglaublich effektiv es ist, zeigt folgendes Bild:

Für wahr, den Männer steht der Schrecken, durch die Kamera in flagranti erwischt worden zu sein, ins Gesicht geschrieben!

Na gut, man könnte jetzt einwenden, dass Freiheit immer auch einen gewissen Verlust an Sicherheit bedeutet und es Ziel eines demokratischen Staates sein muss, zwischen beidem ein angemessenes (!) Verhältnis herzustellen. Man könnte ebenfalls einwenden, dass die Effektivität und Rechtfertigung solcher Maßnahmen zweifelhaft ist, wie Erfahrungen zeigen - auch aus anderen Ländern. Aber warum eigentlich, lebt es sich nicht als unmündiger Bürger frei von jeder Verantwortung in einem bemutternden Staat wesentlich bequemer? Eben!

Übrigens: Herr Herrmann ist nicht erst seit diesem Vorstoß berüchtigt bekannt. Er machte sich bereits über die Grenzen des bayrischen Königreichs hinaus einen Namen mit Äußerungen über Computerspiele Killerspiele “Tötungstrainingssoftware”, als er deren teuflische Wirkung mit der von Drogen und Kinderpornografie gleichsetzte.

Und da Herr Herrmann ein ideenreicher Mann ist, schlägt er desweiteren vor, uniformierten Polizeibeamte nicht nur im Dienst, sondern beispielsweise auch auf dem Weg zur Arbeit, kostenlose Mitfahrt mit Bus und Bahn zu ermöglichen - ebenfalls im Sinne der allgemeinen Sicherheit. Ich muss allerdings zugeben, dass sich mir hier die Logik nicht gänzlich erschliesst: Fahren Polizisten häufiger zur Arbeit (oder zurück), wenn sie für die Fahrt nichts bezahlen müssen? Erklärungen in den Kommentaren ausdrücklich erwünscht!

VN:F [1.9.3_1094]
Rating: 10.0/10 (2 votes cast)
Ich sehe was, was du nicht siehst!, 10.0 out of 10 based on 2 ratings
  • WordPress
  • Twitter
  • Facebook
  • MySpace
  • Delicious
  • Digg
  • Share/Bookmark

4 kommentare zu “Ich sehe was, was du nicht siehst!”

  1. christoph sagt:

    Da fühle ich mich ja an dieses Belohnungsspiel aus GB (?) erinnert, wo man Belohnungen bekommt wenn man als Bürger via Überwachungskamera eine Straftat entdeckt.

    VN:F [1.9.3_1094]
    Rating: 0.0/5 (0 votes cast)
  2. michael sagt:

    Naja also die Polizisten werden sich ja vielleicht drüber freuen ,aber zur Arbeit müssen se ja auch ohne kostenlose öffentliche Transportmittel;wenn wir keine anderen Probleme hääten würds eh besser auschauen :!:

    VA:F [1.9.3_1094]
    Rating: 0.0/5 (0 votes cast)
  3. Jan sagt:

    Spannend wirds, wenn alle Bahnhöfe mit Kameras vollüberwacht sind und Verbrechen nur noch woanders stattfinden. Spätestens dann muss “woanders”, also praktisch überall, überwacht werden – und schon haben wir die perfekte Grundlage für einen Überwachungsstaat von wahrhaft orwellschen Ausmaßen.

    VA:F [1.9.3_1094]
    Rating: 0.0/5 (0 votes cast)
  4. Jay sagt:

    Du hast beim Belohnungsspiel vergessen, dass die “Bestenlisten”
    danach auch veröffentlicht werden :lol:

    VA:F [1.9.3_1094]
    Rating: 0.0/5 (0 votes cast)

antworten

du kannst folgende tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>