Mein lieber Scholli, der mediale Overkill zum Thema Enke ist wirklich kaum auszuhalten. Sicher, das war ein ganz toller Typ, der Robert, und es ist auch furchtbar traurig. Aber man kann es auch übertreiben mit der Beweihräucherung. So ganz richtig gehandelt hat er ja dann auch nicht! Das soll es zum Medienverhalten gewesen sein, der Spiegelfechter und die anhängige Kommentardebatte bringen es auf den Punkt.

Sogar Bundeskanzlerin Angela Merkel hat einen Brief an Teresa Enke geschrieben. Oooooookaaaaayyyyy … geht’s noch? Es mag ja grundsätzlich lieb gemeint sein und ist vielleicht sogar hilfreich für Enkes Witwe, nur ist der Anlass höchst fragwürdig.  Es wäre müssig darüber zu diskutieren, ob Merkel auch einen Beileidsbrief verfasst hätte und die nationale Anteilnahme nur annähernd so groß gewesen wäre, wäre Enke bei einem schnöden Autounfall ums Leben gekommen. Wohl kaum. Und hätte er sich gar gegen den Tod und für stationäre Hilfe entschieden, davon hätten Fußballuninteressierte gar keine Notiz genommen.

Aber abgesehen von dem gefährlich unkritischen Umgang mit dem SELBSTMORD ist es geradezu paradox und, wie ich finde, auch ein fatales Zeichen für andere von Depressionen Betroffene, dass Enke gerade nach und vor allem wegen seiner Tat (“Er hat uns eine Aufgabe gestellt.”) riesige Aufmerksamkeit, auch in Form von Briefen von Politikern an Angehörige, erhält und dermaßen glorifiziert wird - perfekte Inszenierung der Trauerfeier inklusive. Diese persönliche Anmerkung sei mir erlaubt: Spätestens die sprengt auch die letzte Grenze zur Pietätlosigkeit.

Anmerkung: Die Überschrift habe ich aus einem Forum entnommen, die bringt es ziemlich exakt auf den Punkt!

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"Robert nu' ruhe in Frieden und denn ist auch wieder gut", 7.4 out of 10 based on 7 ratings
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2 kommentare zu ““Robert nu’ ruhe in Frieden und denn ist auch wieder gut””

  1. fabian sagt:

    nachdem ja jetzt schon eine riesige trauerfeier für robert enke stattgefunden hat, wird auch die nationalelf noch in trauerflor spielen. zusätzlich, man will ja nichts falsch machen, werden alle trikots vermutlich die nummer 1 und den namen enke tragen. ach ja – vermutlich wird das trikot mit der nummer 1 in hannover danach nie wieder vergeben werden.

    hat noch jemand vorschläge, was man machen könnte, um trauer zu zeigen?

    ich finde es einfach nur noch krank was hier passiert…

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  2. mark sagt:

    hm ich, auch wenn ich mit diesem Kommentar etwas spät komme…ist mein Vorschlag doch irgendwie ein Evergreen: Mann sollte jedesmal, wenn sich eine Person, ganz gleich welchen Status diese zu Lebzeiten innehatte, ganz theatralisch das Leben nimmt und andere Personen dadurch wissentlich in Mitleidenschaft zieht, die gesamte Trauergemeinde mit den “hinterbliebenden” Opfern konfrontieren! Leute wie Enke sind der Albtraum eines jeden Zugführers, rund 1000 mal passieren dieser Berufsgruppe pro Jahr in Deutschland derartige Suizide. Die meisten kommen danach nicht mehr wirklich klar…..ganz abgesehen von den hinterbliebenen Kindern….man man, da fällt mir gar nichts mehr zu ein. Und dann wird dieser Feigling, diese Memme auch noch heroisch zu Grabe getragen… Irgendwie denken die meisten Leute nur von der Tapete bis zur Wand :roll:

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