Jetzt ist es soweit. Endlich hat sie es geschafft. Ursula von der Leyen, auch „Zensursula“ oder einfach nur „SIE“ genannt, bekommt einen einigermaßen wichtigen und fast schon ernstgenommenen Ministerposten. Von der „familiären Ministerin“ (yeah, right) zur „Ministerin für Arbeit und Soziales“ – das schaffen nur Wenige. Dann auch noch als Nachfolgerin von Franz Josef Jung (nicht Strauss!!!), der es - immerhin – fast einen Monat in diesem Amt aushielt.
Schauen wir uns Herrn Jung doch zunächst mal an. Er ist Hesse. Kein Kommentar.* Er sitzt im Aufsichtsrat von Eintracht Frankfurt. Kein Kommentar.** Während der ersten Amtszeit von Angela Merkel saß er als Verteidigungsminister im Kabinett, während er dann im Oktober diesen Jahres zum Arbeitsminister „befördert“ wurde. *hust* Ziemlich unverständlich, hatte er doch als Verteidigungsminister großartige Ideen, wie zum Beispiel, die Bundeswehr in Fußballstadien einzusetzen. Nicht, um Terroristen oder den bösen Hooligans vorzubeugen… nn, sie sollten die unteren Ränge befüllen, damit die Stadien während der WM 2006 wirklich voll aussähen.
Die Probleme:
1. Bundeswehrsoldaten müssen laut Militärführung Uniformen tragen, wenn sie öffentlich auftreten.
Soweit kein Problem, aber:
2. Das wollte die FIFA (der internationale Fußballverband) nicht.
Aber egal, die Idee zählt! Und keiner wird bestreiten, dass diese Idee großartig war!
Wie dem auch sei, hier geht es um Frau von der Leyen. Auch hier eine kurze Zusammenfassung der Person. Sie ist in Belgien geboren. Ich vermeide jetzt jegliche Witze. Sie wurde Dr. med. mit einer Arbeit zum Thema „C-reaktives Protein als diagnostischer Parameter zur Erfassung eines Amnioninfektionssyndrom bei vorzeitigem Blasensprung und therapeutischem Entspannungsbad in der Geburtsvorbereitung“. Hübsch. Sie hat sieben Kinder, was sie praktisch zur IDEALEN Familienministerin macht. Oder eher machte. Denn wie schon erwähnt, ist die nette Dame ab Montag Arbeitsministerin.
Denken wir doch mal zurück. Im Jahr 2009 hatte Frau v.d.L. ganz famose Einfälle. Da wäre zum einen die Idee, minderjährige, unschuldige, kleine, süße, unauffällige Jugendliche einzusetzen, um Testkäufe durchzuführen. Dies sollte natürlich aufdecken, wenn jemand illegal Alkohol, Tabak, Computerspiele oder Pornos (Oh mein Gott, er hat Pornos gesagt!) an Minderjährige verkaufte. Dass die "Kleinen" dabei nur benutzt würden, fiel dann tatsächlich jemandem auf. Aber vor allem war da natürlich die "Zensursula"-Debatte. Naja, der Versuch, die Verbreitung von Kinderpornos einzuschränken, bzw. zu verbieten, ist definitiv richtig. Dafür aber gleich geheime Verträge mit den Internetprovidern abzuschließen, eher fragwürdig. Natürlich muss man nicht unbedingt dem System den Krieg erklären (siehe Piratenpartei), aber die nette Dame muss sich nicht wundern, wenn da Leute auf die Barrikaden gehen. Andererseits ist Weitsichtigkeit nun wirklich nicht die Stärke der Bundesregierung.
Diese Frau wird ab Montag Arbeitsministerin sein. Damit wird sie Nachfolgerin von Menschen wie Norbert Blüm (der nach seiner Amtszeit vor allem als Teilnehmer des Remakes der Gameshow "Was bin ich?" weltberühmt wurde) oder Heinz Westphal (der es tatsächlich schaffte, fast so kurz wie Jung im Amt zu sein - ganze fünf Monate). Große Fußstapfen, in die sie da treten muss. Ob sie es schafft? Das weiß niemand. Ob sie länger im Amt bleibt als Westphal oder Jung? Höchstwahrscheinlich. Ob sie erfolgreicher ist? Zumindest fraglich. Wie dem auch sei: Wir freuen uns auf die "Bundesministerin für Arbeit und Soziales" Ursula von der Leyen!
* Kommentar: Der Autor ist Hesse.
** Kommentar: Der Autor liebt Eintracht Frankfurt.
Ursula von der Leyen hat bereits Neusprech angekündigt. Wachsam schaut sie “dem Volk aufs Maul”, um einen neuen volkstümlichen Begriff für ‘Hartz IV’ zu erfahren. Wir freuen uns auf viele neue Worte, die durch eine positive Ausdrucksweise die politischen Erfolge von KonjunktUrsula widerspiegelt! Beispiele:
“Wie wäre es mit einer Kolumne „Neues von der Leyerkaste“? Ein bei Schwarzarbeit erwischter Leyerkastenmann kann zu Leyenhaft verurteilt werden. Der Phantasie für neue Begriffe sind keine Grenzen gesetzt. Gefordert sind die Leyenhäftlinge, denn die Redakteure und Journalisten haben einfach zu wenig Zeit. Sie kopieren leyenhaft Agenturmeldungen.
Die Fachkräfte in Wirtschaft und Verwaltung stehen dann den Leyenkräften (Hartz IV Empfänger) und die festangestellten Mitarbeiter den Leykräften (Zeitpersonal) gegenüber. Wer raus aus dem Spiel ist, erhält das Leyen-Gehalt (Hartz IV) als Pendant zum Facharbeiter-Gehalt. Einem Neusprech für die sozialen Lager des deutschen Volkes steht nichts im Wege.”