Dem ein oder anderen ist es vielleicht aufgefallen – in letzter Zeit war hier verhältnismäßig los, aber diese Meldung aus dem Land der langen Brötchen unter der Kategorie ”Leben wie vor 100 Jahren” ist zu gut um unkommentiert zu bleiben: Frankreich prüft Google-Steuer. Klingt im ersten Moment merkwürdig, oder? Im zweiten stellt sich heraus: Ist totaler Schwachsinn!
Grob zusammengefasst: Unternehmen, die durch Online-Werbung Geld verdienen, sollen zusätzliche Abgaben leisten. Kongeniale Begründung: Die Regelung könnte der “Bereicherung ohne Grenzen oder Gegenleistung” durch Web-Konzerne ein Ende setzen. Jaja, die achso armen Verlage und Plattenfirmen, wo stünden sie nur ohne Lobby!
Wie wäre es mal damit, die Printwerbung von MediaMarkt, Edeka et cetera in den Wochenblättern zu besteuern? Deren einzige Vorsehung ist Leute zu penetrieren und Papier zu verschwenden!
Ich möchte auch an dieser Stelle nicht die 1.000.000ste Debatte über “Internetausdrucker” lostreten, denn der Vorstoß aus Frankreich hat im heise-Forum selbstverständlich schon für tolle, weiterführende Gedanken gesorgt. Mein bisheriger Favorit: Eine ortsgebundene Klick-Steuer, um die leeren Kassen der Kommunen etwas zu füllen. Herrlich!
[...] Christoph weist in seinem Artikel zum bereits “Google-Steuer” genannten Vorhaben darauf hin, dass es sicherlich klüger wäre, erstmal auf Papier gedruckte Annoncen zu besteuern. Bedenkt man, welche Ressourcenverschwendung es bedeutet, Werbung im großen Stil auszudrucken, statt sie einfach elektronisch abzuliefern, wäre eine solche Steuer doch eigentlich dem herrschenden Zeitgeist sehr viel näher, wo ja sogar Glühlampenverbote mit Ressourcenschonung begründet werden. Ein interessanter Gedanke also. [...]