Am 20. Oktober berichtete ich schon in diesem Artikel über meinen Kontakt mit der KriPo. Mittlerweile habe ich aber auch Freunde bei der Staatsanwaltschaft.
Zur Erinnerung: Es geht um den Mord an einer Gütersloher Rentnerin und der mit den Ermittlungen der KriPo verbundenen DNS-Reihenuntersuchung, an der ich nicht teilnehmen möchte.
Was bisher geschah:
19.10.2009 Erste, freiwillige Vorladung zur Abgabe einer Speichelprobe
26.10.2009 Zweite, freiwillige Vorladung zur Abgabe einer Speichelprobe
18.01.2010 Dritte, drohende Vorladung zur Abgabe einer Speichelprobe
01.02.2010 Vorladung zur Tätigung einer Zeugenaussage
Wie es weitergeht:
08.02.2010 Termin zur Hörung als Zeuge durch den Staatsanwalt
Tags: Beschuldigter, Datenschutz, DNA, DNS, Kriminalpolizei, KriPo, Mord, Polizeistaat, Regierung, Reihenuntersuchung, Speichelprobe, Staatsanwalt, Überwachung, Verdächtiger, Zeuge
Ich habe kurz einen Blick an die Wand geworfen: Nein, es ist nicht der 1. April. Das soll also kein schlechter Scherz sein. Stattdessen ist es wohl er die Überlegung: Wenn der Staat unmoralisch handelt, na dann können wir das doch auch!
Aus aktuellem Anlass hat Spiegel Online einen Guide für Steuerhinterzieher zusammengeschustert: In 10 Schritten zur Selbstanzeige. Wirklich ausgesprochen hilfsbereit ( dafür, dass es sich schlicht um Kriminelle handelt) . Dienst am Kunden, oder was soll das sein? Weiterlesen »
Tags: Diskussion, medien, Schäuble, Steuerhinterziehung
Ich freue mich ganz besonders, heute die CDU/CSU im 21. Jahrhundert begrüßen zu dürfen – wenn auch leicht verspätet!
Man hat anscheinend und laut eigener Aussage aus den Fehlern des Zensursula-Debakels der Zensursula-Debatte gelernt und will eine Enquête-Kommission mit dem Thema “Internet und digitale Gesellschaft” einsetzen, die untersucht wie Internet und Digital Life die Gesellschaft verändert haben.
Ganz offensichtlich im Überschwang der Gefühle ließ sich Michael Kretschmer (CDU) gar zu folgender Aussage hinreißen: “Die CDU hat da ziemlich viel Lehrgeld bezahlt [...] Wir verstehen das Internet als Raum der Freiheit, der als solcher erhalten und verteidigt werden muss.”
Ich würde die Sektflaschen nichts desto trotz vorerst noch geschlossen lassen, man soll den Tag bekanntlich nicht vor dem Abend loben …
Dem ein oder anderen ist es vielleicht aufgefallen – in letzter Zeit war hier verhältnismäßig los, aber diese Meldung aus dem Land der langen Brötchen unter der Kategorie ”Leben wie vor 100 Jahren” ist zu gut um unkommentiert zu bleiben: Frankreich prüft Google-Steuer. Klingt im ersten Moment merkwürdig, oder? Im zweiten stellt sich heraus: Ist totaler Schwachsinn! Weiterlesen »
Wie die Abendzeitung und heise online berichten, bekommt die derzeit häufig gestellte Forderung nach freiem Zugang zur Bildung eine neue Bedeutung. So sollen im malerischen oberbayrischen Gilching, wo sich Fuchs und Hase noch “Gute Nacht” sagen, ab Januar 2010 radikale Maßnahmen gegen die zukünftigen Terroristen der deutschen Fußgängerzonen ergriffen werden.
Naja, nicht ganz wahr. Denn zumindest auf den ersten Blick scheint es so, als wolle man doch gerade die armen Klarinettistinnen und Triangelisten schützen. Bewahren. Sicherheitsverwahren. Einsperren.
Eigentlich will die paranoide fürsorgliche Rektorin der Arnoldus-Grundschule, Frau Barbara Madlindl, ihre Schüler und nachmittäglichen Musikschüler vor dem lauernden Unheil eines Amoklaufes fernhalten. Dazu werden während des Unterrichts alle Klassenräume zugesperrt und Nachzügler erhalten nur durch eine Klingel und darauf folgende Gesichtskontrolle Zutritt. Nachmittags ist der Zugang sogar durch ein Zahlenschloss gesichert.
Damit aber der Unterricht durch notorische Zu-Spät-Kommer nicht permanent gestört wird, sollen ab Januar 2010 Fingerabdruck-Scanner installiert werden!
Das bisherige Verfahren sei der Rektorin zu unsicher, so die Abendzeitung. Man könne den Zahlencode einfach weitergeben.
Nunja, das mag richtig sein. Aber damit unterstellt die Rektorin ihren Schülern, mit Mac-10s im Gitarrenkoffer herumzulaufen und mit einem Dritten ein Blutbad zu planen. Und die bisher häufiger vorgekommene Variante “Deathmatch” “Schüler-stürmt-seine-eigene-Schule” wird damit auch nicht verhindert.
Um es also noch mal abschließend kurz, knackig und Web-2.0-like zusammenzufassen: #fail
Tags: Aktionismus, Datenschutz, Freiheit
comments!